Zwei Personen im fachlichen Austausch in einem Büro mit Blick auf die Hamburger Elbphilharmonie und den Hafen.

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Unternehmensseite oder Geschäftsführerprofil: Wie Unternehmen LinkedIn sinnvoll nutzen

Von Valerie Posch · Social Strategy Studio

Ihr Unternehmen hat eine LinkedIn-Seite. Die Geschäftsführerin ebenfalls ein Profil. Nun steht ein wichtiges Thema an: ein neues Projekt, eine strategische Entscheidung oder eine Entwicklung im Markt. Wer sollte darüber sprechen? Und was passiert, wenn beide dasselbe veröffentlichen?

Diese Fragen berühren den Kern einer guten B2B-Kommunikation: Welche Botschaft braucht welche Perspektive? Wer das klärt, kann Unternehmensmarke und Geschäftsführung gezielt miteinander verbinden. Dabei geht es um mehr als die Verteilung von Beiträgen. Es geht darum, dass potenzielle Kunden verstehen, was Ihr Unternehmen leistet und wie die Menschen an seiner Spitze denken.

Die kurze Antwort: Beide brauchen eine klare Aufgabe

Die Unternehmensseite macht die Organisation, ihre Leistungen und ihre Kompetenz greifbar. Das persönliche Profil gibt der Führungskraft Raum, Erfahrungen zu teilen, Entscheidungen einzuordnen und eine fachliche Position zu vertreten.

Für die Planung empfehlen wir diese Schwerpunkte. Sie sind eine Orientierung; auch Unternehmen können Haltung zeigen und Führungskräfte über Projekte sprechen.

UnternehmensseiteProfil der Geschäftsführung
Was wir leisten und für wenWelche Fragen mich als Führungskraft beschäftigen
Projekte, Vorgehen und nachvollziehbare ErgebnisseAbwägungen und Erkenntnisse hinter Entscheidungen
Kompetenz des Teams und ZusammenarbeitEigene Erfahrung und fachliche Überzeugungen
Verlässliche Informationen über das UnternehmenPersönlicher Austausch mit dem beruflichen Netzwerk

Was die Unternehmensseite leisten sollte

Wer Ihre Seite besucht, sollte schnell erkennen: Wobei kann dieses Unternehmen uns helfen? Welche Aufgaben versteht es? Und woran lässt sich seine Kompetenz erkennen? Dafür braucht es Inhalte, die aus Sicht der Zielgruppe relevant sind.

Eine Projektmeldung wird beispielsweise aussagekräftiger, wenn sie erklärt, welche Ausgangslage bestand, welchen Ansatz das Team gewählt hat und warum dieser zur Aufgabe passt. Ein Teambeitrag kann zeigen, welche Fachdisziplinen zusammenarbeiten. Eine Unternehmensposition gewinnt an Substanz, wenn sie an einer konkreten Entscheidung nachvollziehbar wird.

Auch die Pflege der Seite gehört dazu: verständliche Leistungsbeschreibung, aktuelle Informationen und ein erkennbarer Weg zur Kontaktaufnahme. Wer durch einen Beitrag der Geschäftsführung auf das Unternehmen aufmerksam wird, sollte dort eine stimmige Fortsetzung finden.

Was die Geschäftsführung beitragen kann

Eine Führungskraft kann die Überlegungen hinter einer Entscheidung sichtbar machen: Welche Annahme hat sich verändert? Wo besteht ein Zielkonflikt? Welche Erfahrung beeinflusst heute den eigenen Blick auf den Markt? Genau diese Einordnung macht die fachliche Perspektive der Person erkennbar.

Diesen bewussten Aufbau einer fachlichen Positionierung nennen wir Executive Branding. Ausgangspunkt sind die tatsächliche Verantwortung, die Erfahrung und die Überzeugungen der Person. Dazu gehört auch, zu wissen, welche Themen sie glaubwürdig vertreten kann.

Persönlich zu schreiben erfordert keine privaten Einblicke. Ein Beitrag kann nahbar sein, weil er eine schwierige Abwägung offenlegt, eine eigene Fehleinschätzung reflektiert oder verständlich erklärt, warum eine Entscheidung getroffen wurde. Fachliche Präzision und eine erkennbare Stimme passen gut zusammen.

Ein Thema, zwei Perspektiven: ein Beispiel aus der Immobilienbranche

Ein Wohnungsunternehmen plant die energetische Modernisierung eines Bestandsgebäudes. Das Thema eignet sich für beide Auftritte. Die inhaltlichen Schwerpunkte unterscheiden sich.

Auf der Unternehmensseite: das Vorgehen erklären

Der Beitrag könnte die Ausgangslage, die beteiligten Fachbereiche und die nächsten Schritte erläutern. Für Bestandshalter oder Geschäftspartner wird dadurch nachvollziehbar, wie das Unternehmen an eine solche Aufgabe herangeht.

„Bei der Modernisierung dieses Bestandsgebäudes planen wir Gebäudehülle, Wärmeversorgung und den laufenden Betrieb gemeinsam. In der Vorbereitung prüfen unsere Teams, welche Maßnahmen technisch zusammenpassen, wie sich die Umsetzung organisieren lässt und welche Auswirkungen für die Bewohner zu berücksichtigen sind.“

Im Profil der Geschäftsführerin: die Entscheidung einordnen

Die Geschäftsführerin könnte denselben Anlass nutzen, um einen Zielkonflikt zu erklären und ihre fachliche Haltung dazu sichtbar zu machen.

„Welche Sanierungsmaßnahme zuerst? Für mich beginnt die Antwort mit der Frage, was im Gebäude insgesamt passieren soll. Eine Einzelmaßnahme kann sinnvoll wirken und trotzdem spätere Schritte erschweren. Deshalb möchte ich vor einer Investitionsentscheidung verstehen, wie Technik, Wirtschaftlichkeit und Bewirtschaftung zusammenspielen.“

Der Unternehmensbeitrag erklärt den Ansatz im Projekt. Der persönliche Beitrag macht eine Überlegung der Entscheiderin nachvollziehbar. Beide Beiträge zahlen auf dasselbe Thema ein und geben Lesern jeweils einen eigenen Grund, sich damit zu beschäftigen.

Vier Fehler, die das Zusammenspiel schwächen

  • Identische Texte auf beiden Auftritten. Prüfen Sie bei jedem Anlass, welche zusätzliche Einordnung die Führungskraft beitragen kann. Fehlt diese, muss daraus kein zweiter Beitrag werden.
  • Ein persönliches Profil ohne eigene Position. Wenn jeder Text wie eine Unternehmensmeldung klingt, bleibt unklar, wofür die Person fachlich steht. Konkrete Erfahrungen und begründete Einschätzungen schaffen Orientierung.
  • Eine Unternehmensseite als reine Nachrichtenablage. Ergänzen Sie bei Meldungen, was Ihre Zielgruppe daraus lernen oder für eine eigene Entscheidung mitnehmen kann.
  • Ein Plan ohne Zeit für Rückfragen. Wer Diskussionen anstößt, sollte Antworten einplanen. Fachliche Rückfragen brauchen eine zuständige Person und einen verlässlichen Abstimmungsweg.

Unser Ansatz: Unternehmensmarke und Führung gemeinsam planen

Für Social Strategy Studio beginnt die Planung mit einer gemeinsamen Frage: Was sollen die relevanten Menschen über Ihr Unternehmen und seine Führung verstehen? Daraus entwickeln wir Themen, passende Perspektiven und einen Ablauf, der im Alltag funktioniert.

Die Unternehmensseite zeigt, was die Organisation kann. Die Geschäftsführung macht nachvollziehbar, wie sie denkt und entscheidet. Wenn beides zusammenpasst, entsteht ein klareres Bild Ihres Unternehmens, vom ersten Beitrag bis zum persönlichen Gespräch.

Sie möchten Ihre Unternehmenskommunikation und die Sichtbarkeit Ihrer Geschäftsführung gemeinsam entwickeln? Erfahren Sie mehr über unsere Leistungen oder sprechen Sie mit uns über Ihre Ausgangslage.

Zum Weiterlesen

LinkedIn erläutert die strategische Positionierung von Führungskräften in Developing an Executive Social Media Strategy on LinkedIn und die Bedeutung einer eigenständigen Stimme in 3 Cornerstones of Effective Executive Thought Leadership.